Ich sah wieder in den Spiegel und bekam einen Schreck. Das Blut an meiner Kleidung hatte ich schon fast vergessen. War es mein Blut?
Ich besah mir auch genauer mein Bein. Gebrochen war es nicht, aber ich hatte eine tiefe Wunde.
Was war hier nur passiert? Und was würde noch passieren?
Plötzlich ging die Tür wieder auf und wir bekamen die von mir gewünschte Pizza.
"Ganz nach deinen Wünschen, Cilia!" sagte der Mann.
Ich bedankte mich und der Mann verschwand ohne ein weiteres Wort.
Ich bemerkte jetzt erst die Pritschen, die in dem Raum verteilt waren. Ich setzte mich auf eine.
Nachdem ich gegessen hatte überfiel mich eine tiefe Müdigkeit und ich sank auf die Pritsche.
"Ja, schlaf, das wird dir guttun." sagte das andere Mädchen.
"Ich weiß immernochnicht deinen Namen?" murmelte ich, doch ich konnte ihre Antwort nicht mehr hören, dazu war ich schon zu weit ins Reich der Träume gesunken.
Am nächsten Morgen - zumindest glaubte ich, dass es Morgen war - wachte ich auf, noch gerade rechtzeitig, bevor die Tür aufging. Der Mann stand dort.
"Komm mit Cilia, es gibt einiges zu erzählen!" lächelte er.
Ich folgte ihm ohne ein Wort. Zuerst gingen wir einen langen steinernen Gang mit vielen Metalltüren entlang. Ich konnte nur vermuten, was sich hinter diesen Türen verbarg. Dann führte er mich eine schmale Treppe hinauf und zum ersten Mal seit meiner Gefangenschaft sah ich das Tageslicht. Ich folgte ihm in einen großen, gemütlich eingerichteten Raum.
"Nimm Platz, Cilia" sagte er und wies auf einen großen Sessel. Ich setzte mich.
Erst ging er herum und kontrollierte, ob die Vorhänge zugezogen waren, dann setzte er sich in einen zweiten Sessel, der von meinem nur durch einen kleinen Glastisch getrennt wurde.
"Du fragst dich bestimmt schon, warum du hier bist, Cilia?"
Ich nickte.
"Nun, dann ist es jetzt an der Zeit, dass du es erfährst!"
...